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Symposium "Causality in Educational Research"

Schloss Dornburg bei Jena (Foto: Scheere)

Ort: Großer Kaisersaal im Alten Schloss Dornburg bei Jena

Zeit: 14. bis 16. Juli 2010

Sprache: englisch

Ziele des Symposiums:

Die Fachkonferenz "Causality in Educational Research" leistete einen Beitrag zur Weiterentwicklung methodologischer Grundlagen der empirischen Bildungsforschung, insbesondere hinsichtlich Designs und Verfahren zur Analyse kausaler Effekte. Kausale Effekte sind in der erziehungswissenschaftlichen Forschung oft der Kern und das Ziel empirischer Forschung, auch wenn dies nicht immer explizit formuliert wird. Beim Vergleich der Kompetenzen von Schülern Berliner Grundschulen und grundständiger Gymnasien bspw. sind wir letztlich daran interessiert, ob sich eine dieser beiden Schulformen im Vergleich zur anderen günstig auf verschiedene Kompetenzen der Schüler auswirkt.

Vergleichen wir verschiedene Schulen miteinander, so sind wir dabei um faire Vergleiche bemüht. Als fair werden Vergleiche dann angesehen, wenn sie berücksichtigen, dass sich Schulen durch ihre unterschiedliche Schülerschaft unterscheiden. Solche leistungsrelevanten Unterschiede zwischen den Schülerschaften verschiedener Schulen bestehen z. B. bzgl. des Ausländeranteils und des sozio-ökonomischen Status. Offensichtlich wäre es unfair, zwei Schulen miteinander zu vergleichen, ohne dabei die Unterschiede in ihren Ausländeranteilen und im durchschnittlichen sozio-ökonomischen Status der Elternschaft adäquat zu berücksichtigen. Dies gilt nicht nur für die statische Betrachtung von Kompetenzen, sondern auch für den auf Veränderungen von Kompetenzen fokussierten Value-added-Ansatz. Im Kern bedeuten faire Vergleiche nichts anderes als kausale Vergleiche, die sicherstellen, dass die untersuchten Effekte auch tatsächlich auf die Schulen und deren Arbeit, und nicht auf Selektionseffekte zurückzuführen sind, für die man die Schulen nicht verantwortlich machen kann.

Schließlich ist in der klassischen Interventionsforschung, in denen unterschiedliche Lehrmethoden oder auch sozial-pädagogische Maßnahmen, auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden, seit jeher ein Anwendungsgebiet der empirischen Kausalforschung. Auch hier gilt es, Interventionsmaßnahmen zu vergleichen, ohne dass Selektionseffekte das Ergebnis verfälschen. Auch wenn erste Untersuchungen inzwischen auf einer expliziten Theorie kausaler Effekte basieren, ist dies noch eher als Ausnahme anzusehen. Darüber hinaus gibt es inzwischen einige neue Entwicklungen in der Theorie kausaler Effekte, die noch keinen Eingang in die Analyse erziehungswissenschaftlicher Daten gefunden haben. Die Fachkonferenz leistete einen Beitrag dazu, diesen Mangel zu beheben.


Referenten

Derek Briggs (University of Colorado, Boulder, USA)
"Value added modeling of teacher and/or school effects."
Thomas D. Cook (Northwestern University, Evanston, USA)
"No child left behind. An interrupted time series analysis."
Ulf Kröhne (DIPF, Frankfurt, Germany)
"Comparison of quasi-experimental methods for large-scale assessments: Estimating the effect of bilingual instruction based on a subsample of the DESI study."
Rainer Lehmann (Humboldt-Universität, Berlin, Germany)
"Modeling academic growth in late primary/early secondary school as a function of transition patterns - How can distributional patterns be taken into account?"
Oliver Lüdtke (Universität Tübingen, Germany)
"Schools as differential learning environments: Challenges in estimating the causal effects of schools in the German school system."
Benjamin Nagengast (University of Oxford, UK)
"Doubly-latent contextual effect models: Their potential for school effectiveness research, league tables and causal inference."
Rodrigo Pinto (University of Chicago, USA)
"Early childhood experiments: Causality and inference of compromised randomized trials."
Susanne Rässler (Universität Bamberg, Germany)
"Imputation of potential outcomes to estimate treatment effects of small groups."
David Rindskopf (City University of New York, USA)
"Aggregation of effects from single subject designs."
Peter Steiner (University of Wisconsin at Madison, USA)
"Challenges and strategies in estimating propensity scores in educational research."
Rolf Steyer (Friedrich-Schiller-Universität, Jena, Germany)
"Theory and Analysis of Total, Direct, and Indirect Effects"
Felix Thoemmes (Universität Tübingen, Germany)
"The use of propensity scores in multilevel models."

Diskutanten

Folgende Diskutanten waren beteiligt: Eckhard Klieme (DIPF, Frankfurt, Germany), Hans Anand Pant (Humboldt-Universität Berlin), Donald B. Rubin (Harvard University, USA) und Stephen West (Arizona State University, USA) .


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